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Eintritt für die Elbphilharmonie: Warum Hamburgs Plaza bald weniger Gäste anzieht

Ab dem 5. Oktober wird der Zugang zur Aussichtsplattform der Elbphilharmonie kostenpflichtig: fünf Euro regulär, drei Euro ermäßigt.

Lars Winkelmann·aktualisiert 10. August 2026

Eintritt für die Elbphilharmonie: Warum Hamburgs Plaza bald weniger Gäste anzieht

Die Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft mbH prognostiziert einen Rückgang der spontanen Besucher um 25 bis 30 Prozent, mithin rund 550.000 bis 660.000 Personen jährlich. Dennoch sollen Bruttoeinnahmen von 6,4 Millionen Euro pro Jahr fließen – und der Senat rechnet vor, dass sich nach Abzug der bisherigen Zuschüsse ein Plus von 2,8 Millionen Euro ergibt, das dem Kulturhaushalt zugutekommt.

Rechnung des Senats, Lücken in der Argumentation

Der Senat beziffert die bisherigen jährlichen Zahlungen an die Betreibergesellschaft zur Sicherung des kostenlosen Zugangs auf 3,6 Millionen Euro. Zieht man diese Summe von den erwarteten 6,4 Millionen Euro Bruttoerlös ab, bleibt ein Nettovorteil von 2,8 Millionen Euro. Die Begründung: Mit den Einnahmen sollen Kürzungen bei anderen städtischen Kultureinrichtungen abgewendet werden. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt indes von der tatsächlichen Nachfrage ab – und die ist ungewiss. Die Betreiberin spricht von einer „gleichbleibend hohen" Nachfrage; im ersten Halbjahr 2025 seien nur wenige Tausend Besucher mehr gezählt worden als im Vorjahreszeitraum. Seit der Ankündigung im Juni sei es nicht zu einem nennenswerten Besucheranstieg gekommen. Kulturpolitikerin Marie Kleinert von der Linken bemängelt in diesem Zusammenhang, dass der Senat keine transparente Erklärung liefere, wofür die Erlöse konkret verwendet würden: „Um Löcher im Haushalt zu stopfen, nimmt der Senat in Kauf, dass Hunderttausende vom Besuch der Elphi Plaza abgeschreckt werden."

Weniger Touristen, weniger Fahrgäste

Für das Hamburger Taxigewerbe ist die Elphi-Plaza ein verlässlicher Anlaufpunkt auf jeder Stadtrundfahrt. 2017 kamen über drei Millionen Besucher, zuletzt waren es noch 2,2 Millionen jährlich. An Spitzentagen passieren bis zu 17.000 Personen die Plattform – ein erheblicher Zustand, der sich in Taxibestellungen niederschlägt. Die zu erwartende Delle von gut einer halben Million Besuchern pro Jahr reduziert nicht nur das Passagieraufkommen am Standort, sondern schwächt auch die Position Hamburgs als Freizeitdestination, die für Taxifahrer außerhalb der Stoßzeiten relevante Zusatzfahrten generiert. Der Kölner Dom hat unlängst ebenfalls seine Eintrittsstrategie geändert; die Entwicklung könnte Schule machen.

Was Fahrer beachten sollten

Die Einführung des Eintritts ab Oktober dürfte zu einer Umverteilung der Besucherströme führen. Wer die Kosten scheut, weicht auf alternative Aussichtspunkte aus – Planten un Blomen, Stintfang, die St.-Pauli-Landungsbrücken. Taxiunternehmer sollten ihre Tourenrouten und Preislisten für Stadtfahrten entsprechend justieren. Zudem ist zu beobachten, ob der Rückgang tatsächlich bei den prognostizierten 25 bis 30 Prozent bleibt oder ob die psychologische Hürde eines Eintritts – sei es auch nur fünf Euro – eine stärkere Abschreckungswirkung entfaltet. Der Senat selbst rechnet weiterhin mit 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr; das entspräche einem Rückgang von rund 30 Prozent gegenüber 2025. Ob diese Zahl realistisch ist, wird sich im Frühjahr 2027 ablesen lassen.