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mumok Eintritt: Warum die Ticketpreise in Wien steigen

Im Herbst 2025 hat das mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien – den regulären Eintrittspreis um einen Euro angehoben. Erwachsene zahlen seither 18 Euro. Studierende unter 27 Jahren, Seniorinnen ab 65 sowie Menschen mit Behinderung zahlen 15 Euro.

Aktualisiert02. September 2026
Lesezeit14 Min. Lesezeit
mumok Eintritt: Warum die Ticketpreise in Wien steigen

Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren kommen weiterhin kostenlos ins Haus.

Tickets und Preise

mumok

4,3/5 · 416 BewertungenPreise geprüft am 27. August 2026Kurzfristig verfügbar
OptionArtBewertungAb
Eintrittskarte · Heute und morgen verfügbarGetYourGuideEintrittskarte 3,629 Bewertungenab18 €Online buchen
Offizielles Ticket · Regulärer EintrittOfficialoffizielles Ticketab18 €Online buchen

An der KasseErwachsene18 €KindfreiErmäßigt15 €Offizielle Website — mumok.at

Tarife ändern sich je nach Datum und Andrang — den Tagespreis auf der Buchungsseite prüfen.Partner-Ticketshop GetYourGuide (Affiliate-Link)

Die Erhöhung steht nicht allein. Auch andere Wiener Museen und Kulturinstitutionen haben ihre Tarife im Zeitraum 2025 und im ersten Quartal 2026 angepasst. Das Leopold Museum erhöhte den regulären Eintritt zum 1. Oktober 2025 auf 19 Euro. Das MAK setzte den Online-Eintritt zum 1. Januar 2026 auf 18 Euro, das Obere Belvedere folgte zum 1. März 2026 mit 23 Euro. Beim Tiergarten Schönbrunn wurde der Tarif zum 1. November 2025 ebenfalls angepasst.

Am 2. September 2026 sind diese Termine keine Ankündigungen mehr, sondern abgeschlossene Schritte. Genau deshalb lohnt es sich, die Entwicklung nicht als einzelne Preismeldung zu betrachten. Der mumok Eintritt ist ein sichtbarer Teil einer größeren Bewegung: Die Häuser müssen mit höheren Betriebs- und Programmkosten umgehen, während die öffentliche Finanzierung nicht automatisch im gleichen Tempo mitwächst. Ein Teil dieser Differenz landet an der Kasse.

Der Kostendruck hinter den Kulissen

Die Preisgestaltung der Wiener Museen folgt keiner einfachen Formel. Es geht nicht nur darum, wie viele Besucher*innen durch die Ausstellungstüren gehen und welchen Betrag sie dafür bezahlen. Hinter dem Ticket stehen Gebäude, Personal, Restaurierung, Sicherheitsdienste, Versicherungen, Transporte und die technische Infrastruktur, ohne die ein modernes Museum nicht arbeiten kann.

Bei einem Haus wie dem mumok kommen besondere Anforderungen hinzu. Die Sammlung umfasst moderne und zeitgenössische Kunst, darunter die Ludwig Collection, Bestände zur Pop Art und Positionen des Wiener Aktionismus. Ausstellungen entstehen außerdem mit Leihgaben, wechselnden Partnern und empfindlichen Objekten. Kunstwerke müssen transportiert, versichert, konservatorisch betreut und unter geeigneten klimatischen Bedingungen präsentiert werden. Das sind keine Kosten, die sich beliebig herunterfahren lassen, ohne das Programm oder die Qualität der Präsentation zu verändern.

Auch die allgemeinen Betriebskosten wirken in mehreren Bereichen gleichzeitig. Energie wird für Beleuchtung, Klimatisierung und technische Anlagen benötigt. Personalkosten folgen den Gehaltsabschlüssen und dem Aufwand, der für Aufsicht, Vermittlung, Verwaltung, Technik und Sicherheit entsteht. Dazu kommen IT-Leistungen, Reinigungs- und Sicherheitsdienste sowie die Logistik rund um Leihgaben und Ausstellungsumbauten. Wenn mehrere dieser Posten gleichzeitig teurer werden, reicht eine einzelne Einsparung nicht aus, um die Lücke zu schließen.

Ein Euro mehr auf dem Ticket wirkt klein. Für ein Museum ist er jedoch Teil einer dauerhaften Rechnung aus Energie, Personal, Betrieb und Programm.

Das mumok ist dabei kein Sonderfall, sondern ein gut sichtbarer Indikator. Als Museum im MuseumsQuartier arbeitet es in einem Umfeld, in dem mehrere Kulturinstitutionen auf engem Raum miteinander verbunden sind. Das Areal hat eigene Erhaltungs- und Betriebskosten. Auch die Bedingungen eines zentralen Standorts fließen deshalb mittelbar in die finanzielle Situation der Häuser ein. Eine Tarifdiskussion, die nur auf die einzelne Ausstellung schaut, greift zu kurz.

Hinzu kommt die Frage, welche Aufgaben ein öffentlich getragenes Museum erfüllen soll. Das mumok soll nicht nur eine Sammlung verwalten und Eintrittskarten verkaufen. Es soll Ausstellungen organisieren, Kunst vermitteln, Forschung ermöglichen und ein Programm anbieten, das über die zahlende Stammkundschaft hinausreicht. Jede dieser Aufgaben kostet Geld. Wird die öffentliche Finanzierung nicht entsprechend angepasst, bleiben im Wesentlichen zwei Wege: Das Haus erhöht die eigenen Einnahmen oder es reduziert Angebote, Umfang und Tempo des Programms.

Das ist der politische Kern der Debatte, auch wenn er auf dem Preisschild nicht sichtbar wird. Ein Museum kann den Eintritt niedrig halten und an anderer Stelle sparen. Es kann den Eintritt erhöhen und damit einen Teil der Kosten an das Publikum weitergeben. Oder es kann versuchen, über Förderungen, Kooperationen und andere Einnahmen gegenzusteuern. Keine dieser Varianten ist kostenlos.

Die Struktur der Ticketpreise: Wer zahlt 18 Euro und wer besucht das mumok kostenlos?

Die aktuellen Tarife des mumok sind in drei zentrale Stufen gegliedert. Der reguläre Eintritt kostet 18 Euro. Ermäßigungsberechtigte zahlen 15 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren ist der Besuch kostenlos.

TarifgruppePreisBerechtigung
Regulär18 €Erwachsene ohne Ermäßigung
Ermäßigt15 €Studierende unter 27, Senior*innen ab 65, Menschen mit Behinderung
Frei0 €Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren

Der Abstand zwischen dem regulären und dem ermäßigten Preis beträgt 3 Euro. Das ist keine vollständige Befreiung, senkt die Hürde für die genannten Gruppen aber spürbar. Gerade bei einem spontanen Museumsbesuch kann dieser Unterschied darüber entscheiden, ob jemand allein kommt, eine Ausstellung mitnimmt oder den Besuch auf später verschiebt.

Auffällig ist vor allem die Altersgrenze für den kostenlosen Eintritt. Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren werden nicht nur im Grundschulalter, sondern bis zum Übergang ins Erwachsenenalter einbezogen. Damit setzt das mumok ein klares Signal für junge Besucher*innen und für Familien, die ihren Museumsbesuch nicht schon beim Eintrittspreis abbrechen müssen.

Für Erwachsene zwischen 19 und 64 Jahren ohne Ermäßigungsanspruch bleibt dagegen der reguläre Tarif. Das ist die Gruppe, für die der Preisanstieg unmittelbar spürbar wird. Wer nur einmal im Jahr nach Wien kommt oder im MuseumsQuartier zwischen zwei Terminen eine Ausstellung besucht, hat kaum Möglichkeiten, den Preis über ein anderes Modell zu verteilen. Die Jahreskarte hilft vor allem dann, wenn aus dem einzelnen Besuch eine regelmäßige Gewohnheit wird.

Bei Menschen mit Behinderung ist der ermäßigte Tarif von 15 Euro in der vorliegenden Preisstruktur ausdrücklich genannt. Weitergehende Regelungen sollten Besucher*innen vor dem Besuch direkt beim Haus oder beim Online-Kauf prüfen, weil sich Zugangs- und Nachweisbedingungen je nach Angebot unterscheiden können. Eine pauschale Behauptung über zusätzliche kostenlose Eintritte wäre an dieser Stelle nicht sauber.

Die Tarifmatrix lässt sich deshalb nicht nur als Preisliste lesen. Sie ist auch eine soziale Entscheidung: Junge Menschen erhalten freien Zugang, bestimmte Gruppen eine Ermäßigung, während der volle Finanzierungsdruck stärker bei den regulär zahlenden Erwachsenen liegt. Ob dieses Modell dauerhaft ausreicht, hängt davon ab, wie viele Menschen den regulären Eintritt akzeptieren und wie stark die ermäßigten und kostenlosen Angebote genutzt werden.

Jahreskarten und die Bundesmuseen Card als Strategie gegen die Inflation

Für regelmäßige Besucher*innen verändert sich die Rechnung deutlich. Die reguläre Jahreskarte des mumok kostet 39 Euro, die Jahreskarte für unter 27-Jährige 25 Euro. Beide Karten gelten für das mumok und eröffnen einen anderen Blick auf die Preiserhöhung: Nicht mehr der einzelne Eintritt steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie oft jemand im Laufe eines Jahres wiederkommt.

Bei der regulären Jahreskarte liegt der Preis nach zwei Besuchen bei 36 Euro und damit noch unter den 39 Euro für die Karte. Ab dem dritten regulären Besuch ist die Jahreskarte rechnerisch günstiger. Bei der U27-Jahreskarte ist der Punkt früher erreicht: Zwei ermäßigte Einzelbesuche kosten zusammen 30 Euro. Gegenüber dem Kartenpreis von 25 Euro lohnt sich die U27-Variante daher bereits ab dem zweiten Besuch.

KartentypPreisGeltungsbereichRechnerischer Vorteil
mumok Jahreskarte regulär39 €mumok, 365 TageAb dem dritten regulären Besuch günstiger
mumok Jahreskarte U2725 €mumok, 365 TageBereits ab dem zweiten ermäßigten Besuch günstiger
Bundesmuseen Card99 €25 Standorte, 365 TageVor allem für regelmäßige Besuche mehrerer Häuser interessant

Diese Unterscheidung ist nicht nebensächlich. Die Aussage, eine Jahreskarte amortisiere sich pauschal ab dem dritten Besuch, wäre für die U27-Karte falsch. Für sie gilt die günstigere Schwelle ab dem zweiten Besuch. Wer die Preise vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf den Jahresbetrag schauen, sondern auch auf die eigene Alters- und Ermäßigungsgruppe.

Noch weiter reicht die Bundesmuseen Card. Sie kostet 99 Euro für ein Jahr und gilt für alle 25 Standorte der österreichischen Bundesmuseen und der Nationalbibliothek, einschließlich des mumok. Für jemanden, der ausschließlich ins mumok geht, ist die Karte nicht automatisch die günstigste Lösung. Wer aber regelmäßig verschiedene Häuser besucht – etwa das Kunsthistorische Museum, das Belvedere oder das Naturhistorische Museum – kann mit der bundesweiten Karte den einzelnen Eintrittspreis aus der Rechnung herausnehmen.

Das macht die Karten zu einem Instrument gegen die Inflation, aber nicht zu einer vollständigen Antwort auf sie. Sie helfen vor allem denjenigen, die Zeit, Interesse und räumliche Nähe für mehrere Besuche mitbringen. Für Tourist*innen mit einem einzigen freien Nachmittag bleibt der reguläre Eintritt entscheidend. Auch wer in Wien lebt, aber nur selten ins Museum geht, wird nicht ohne Weiteres von einer Jahreskarte profitieren.

Die Preisstruktur verschiebt damit das Risiko. Beim Einzelbesuch trägt das Museum das Risiko, dass jemand nur einmal kommt. Bei der Jahreskarte zahlt die Besucher*in im Voraus und entscheidet anschließend, ob sich die Nutzung lohnt. Für das Haus kann das planbarere Einnahmen bedeuten. Für das Publikum lohnt sich das Modell, wenn aus dem Vorsatz tatsächlich wiederholte Besuche werden.

Das ist eine nüchterne Rechnung, aber keine unpolitische. Ein Museum, das seine Preise erhöht und gleichzeitig Jahreskarten anbietet, belohnt regelmäßige Nutzung stärker als den spontanen Besuch. Das kann kulturelle Bindung fördern. Es kann aber auch dazu führen, dass Menschen ohne ausreichendes Budget oder ohne feste Museumsroutine außen vor bleiben. Die Karte glättet die Preissteigerung – allerdings nur für diejenigen, die sie sich leisten können und voraussichtlich oft genug nutzen.

Kostenlose Angebote und das mumok kino als Geheimtipp

Der reguläre Ausstellungseintritt ist nicht der einzige Zugang zum mumok. Das Programm wird durch kostenlose Formate ergänzt, die in der Preisdiskussion leicht untergehen. Das mumok kino zeigt mittwochs um 19 Uhr ein Programm, das mit einem kostenlosen Online-Veranstaltungsticket besucht werden kann.

Für den ersten Kontakt mit dem Haus ist das relevant. Wer sich nicht sofort für einen Ausstellungstag zum regulären Preis entscheiden möchte, kann das Kinoformat nutzen und das mumok über Film, Gespräch und Programm kennenlernen. Der Zugang ist dabei nicht an eine Jahreskarte gebunden. Das Angebot senkt die finanzielle Schwelle, auch wenn es den Eintritt in die Sammlungs- und Wechselausstellungen nicht ersetzt.

Wer online nach den Kosten für mumok Tickets sucht, sollte deshalb zwischen verschiedenen Angeboten unterscheiden. Ein Veranstaltungsticket für das mumok kino ist nicht dasselbe wie ein Eintritt in die Ausstellungen. Der kostenlose Kinobesuch macht den regulären Ausstellungseintritt nicht generell frei. Er zeigt aber, dass das Haus mehrere Formen der Teilhabe anbietet.

Kulturzugang beginnt nicht immer mit dem teuersten Ticket. Manchmal liegt der sinnvollste Einstieg in einem kostenlosen Format, das nicht auf den ersten Blick nach Kassenmodell aussieht.

Die Öffnungszeiten strukturieren diese Möglichkeiten zusätzlich. Das mumok ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet; montags bleibt das Haus geschlossen. Für Berufstätige ist der Mittwochabend deshalb interessant, weil das Kinoprogramm ein Zeitfenster nutzt, das mit einem gewöhnlichen Arbeitstag vereinbar bleibt. Der kostenlose Termin liegt nicht irgendwo am Rand des Betriebs, sondern mitten in der Woche und zu einer festen Uhrzeit.

Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren können die Sammlungs- und Wechselausstellungen kostenlos besuchen. Für Familien ist das eine wichtige Entlastung, wobei der Eintritt der erwachsenen Begleitpersonen weiterhin nach dem jeweiligen Tarif berechnet wird. Der freie Zugang der jungen Besucher*innen beseitigt also die Hürde für die Kinder, nicht automatisch für die gesamte Familie.

Gerade hier zeigt sich, wie unterschiedlich der Begriff kostenlos im Museumsbetrieb verwendet werden muss. Ein freier Eintritt kann sich auf eine Altersgruppe, ein einzelnes Format, einen bestimmten Termin oder eine Veranstaltung beziehen. Für die Besucher*innen zählt deshalb die konkrete Kombination aus Alter, Angebot und Besuchszeit. Wer spontan losfährt, sollte den jeweiligen Tickettyp online auswählen und die Bedingungen des Angebots beachten, statt von einem kostenlosen Format auf alle Bereiche des Hauses zu schließen.

Für ein öffentliches Museum ist diese Mischung aus regulären, ermäßigten und kostenlosen Zugängen sinnvoll. Sie verhindert, dass der Preis allein über die kulturelle Teilhabe entscheidet. Sie nimmt aber den Erwachsenen ohne Ermäßigung nicht die Frage ab, ob 18 Euro für einen einzelnen Besuch angemessen sind. Der Preis wird dann akzeptabel, wenn Ausstellung, Vermittlung und Aufenthaltsqualität den Besuch als mehr erscheinen lassen als eine kurze Runde durch einige Säle. Genau dort entscheidet sich, ob eine Tariferhöhung nur Einnahmen bringt oder auch Vertrauen erhält.

Der Wiener Museumstrend 2026: Ein Vergleich der Tarifanpassungen in der Stadt

Die Preiserhöhung des mumok im Herbst 2025 war Teil einer Tarifwelle, die Wien im Laufe des Jahres 2025 und bis in das erste Quartal 2026 erfasste. Am Referenzdatum 2. September 2026 ist diese Phase abgeschlossen. Die Anpassungen gehören nicht mehr zu einer Entwicklung, die gerade erst anläuft, sondern zu einer bereits sichtbaren neuen Preislandschaft.

HausNeuer regulärer Tarif beziehungsweise AnpassungZeitpunkt
mumok18 €Herbst 2025
KHMAnpassung im vergleichbaren ZeitraumHerbst 2025
Leopold Museum19 €01.10.2025
Tiergarten SchönbrunnTarif angepasst01.11.2025
MAK, Online-Eintritt18 €01.01.2026
Oberes Belvedere23 €01.03.2026

Die Häuser sind organisatorisch nicht identisch. Bundesmuseen, Stiftungen und andere Trägergesellschaften haben unterschiedliche Aufgaben, Finanzierungsmodelle und Publikumsstrukturen. Trotzdem fällt auf, dass die Preisbewegungen zeitlich eng beieinanderliegen. Die gemeinsame Erklärung liegt nahe: Energie, Personal, Versicherungen, Logistik und technische Dienstleistungen sind teurer geworden, während die öffentliche Finanzierung diese Entwicklung nicht vollständig ausgleicht.

Die einzelnen Erhöhungen sind dabei nicht gleich groß und nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Ein Online-Tarif beim MAK ist ein anderes Produkt als der reguläre Eintritt im mumok. Ein Kunstmuseum lässt sich außerdem nur begrenzt mit einem Tiergarten vergleichen. Der Vergleich zeigt daher weniger eine einheitliche Preisliste als eine Richtung: Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Wien verlangen für ihre Angebote häufiger mehr als zuvor.

Eine genaue Aufschlüsselung, welcher Anteil der jeweiligen Erhöhung auf Energie, Personal, Leihverkehr, Sicherheit oder Programm entfällt, liegt in der vorliegenden Faktengrundlage nicht vor. Deshalb wäre es unseriös, aus den Endpreisen eine exakte Kostenrechnung abzuleiten. Man kann feststellen, dass die Kostenbasis unter Druck steht. Man kann aber nicht aus einem Ticketpreis allein ablesen, ob jedes Haus seine Belastung angemessen weitergibt.

Auch die zeitliche Nähe der Anpassungen beweist keine abgestimmte Tarifpolitik. Sie kann auf ähnliche wirtschaftliche Bedingungen zurückgehen, ohne dass die Häuser ihre Preise gemeinsam festlegen. Für Besucher*innen ist diese Unterscheidung auf den ersten Blick zwar weniger wichtig als der Betrag an der Kasse. Für die öffentliche Debatte ist sie entscheidend: Ein paralleler Preisanstieg ist noch kein Beleg für eine zentrale Steuerung.

Was sich jedoch klar erkennen lässt, ist die wachsende Bedeutung des Vergleichs. Wer mehrere Museen an einem Wochenende besuchen möchte, muss heute genauer rechnen als noch vor den Anpassungen. Ein einzelnes Ticket mag nur um einen Euro steigen; bei mehreren Häusern summiert sich der Unterschied. Für regelmäßige Besucher*innen werden deshalb Jahreskarten und Verbundangebote interessanter. Für Gelegenheitsgäste gewinnt die Auswahl an Gewicht: Welches Haus bietet die Ausstellung, für die sich der Preis wirklich lohnt?

Tarifpolitik zwischen Bildungsauftrag und Haushaltszwang

Die Erhöhung des mumok Eintritts ist weder ein isolierter Vorfall noch nur eine kleine Korrektur im Kassensystem. Sie steht für den Konflikt zwischen einem öffentlichen Bildungs- und Kulturauftrag und den realen Kosten des Museumsbetriebs. Ein Museum soll offen und zugänglich sein. Gleichzeitig muss es Personal bezahlen, Ausstellungen organisieren, Kunstwerke schützen und ein Gebäude betreiben. Wenn die Mittel nicht im selben Maß wachsen wie die Kosten, entsteht ein Druck, der irgendwann auf dem Ticket sichtbar wird.

Für die Besucher*innen ergeben sich daraus unterschiedliche Wege. Wer nur einmal ins mumok möchte, zahlt 18 Euro regulär oder 15 Euro mit Berechtigung. Wer unter 19 ist, erhält freien Eintritt. Wer mindestens zweimal im Jahr als U27-Besucher*in kommt, kann die Jahreskarte für 25 Euro prüfen. Für reguläre Besucher*innen wird die Jahreskarte ab dem dritten Besuch interessant. Wer verschiedene Bundesmuseen regelmäßig besucht, muss die Bundesmuseen Card für 99 Euro gegen die voraussichtliche Zahl der Besuche rechnen.

Daneben stehen die kostenlosen Angebote wie das mumok kino. Sie ersetzen keinen Ausstellungstag, erweitern aber den Zugang und zeigen, dass ein Museum nicht ausschließlich über den Haupttarif funktionieren muss. Solche Formate sind besonders wichtig, weil sie Menschen ansprechen können, die sich bei einem regulären Eintritt erst einmal zurückhalten. Ob daraus ein späterer Ausstellungsbesuch entsteht, lässt sich nicht pauschal sagen. Der kulturelle Wert liegt bereits darin, dass die erste Schwelle niedriger ist.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, ob der mumok Eintritt zu hoch oder zu niedrig ist. Sie lautet, welche Art von Publikum das Preismodell erreicht. Die Einzelkarte belastet vor allem spontane und seltene Besucher*innen. Die Jahreskarte unterstützt Menschen mit regelmäßiger Museumsroutine. Der freie Eintritt unter 19 Jahren setzt einen Schwerpunkt auf junge Besucher*innen. Kostenlose Veranstaltungen öffnen weitere Zugänge, bleiben aber an das konkrete Programm gebunden.

Wien bleibt damit eine Stadt, in der Kultur nicht nur über den Marktpreis organisiert wird. Die Preissteigerungen zeigen allerdings, dass auch öffentliche Museen nicht außerhalb wirtschaftlicher Entwicklungen stehen. Die Kosten verschwinden nicht, wenn der Eintritt unverändert bleibt. Sie werden dann an anderer Stelle getragen – durch Förderungen, Einsparungen oder ein kleineres Programm. Umgekehrt ist ein höherer Eintritt nur dann überzeugend, wenn die Häuser erklären können, welchen Zugang und welche Qualität er finanziert.

Für das mumok bedeutet die neue Tariflage: Der reguläre Besuch ist teurer geworden, aber nicht jeder Zugang wird teurer. Die Jahreskarten, die U27-Regelung, der freie Eintritt für unter 19-Jährige und das mumok kino bilden ein gestuftes System. Es verlangt von den Besucher*innen mehr Aufmerksamkeit als ein einziger Einheitspreis, bietet dafür aber mehrere Möglichkeiten, die Kosten zu senken.

Die Tarifwelle der Jahre 2025 und 2026 ist abgeschlossen. Ihre Folgen werden sich erst mit der weiteren Entwicklung der Besuchszahlen, der Programme und der öffentlichen Finanzierung beurteilen lassen. Eine einfache Antwort gibt es schon jetzt: Die Wiener Museen erhöhen ihre Preise nicht aus einer Laune heraus, sondern unter Kostendruck. Ob diese Rechnung gesellschaftlich akzeptiert wird, entscheidet sich jedoch nicht in der Bilanz, sondern beim Publikum – an der Kasse, im Kinosaal und in den Ausstellungsräumen.

Praktische Hinweise

Währung: EUR

Verkehr: rechts

Notrufnummer: 112

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Häufige Fragen

Wie viel kostet der Eintritt ins mumok?
Der reguläre Eintritt kostet 18 Euro. Studierende unter 27 Jahren, Senior*innen ab 65 und Menschen mit Behinderung zahlen 15 Euro.
Wer kann das mumok kostenlos besuchen?
Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren haben freien Eintritt in die Sammlungs- und Wechselausstellungen. Zusätzlich kann das mumok kino mittwochs um 19 Uhr mit einem kostenlosen Online-Veranstaltungsticket besucht werden.
Ab wann lohnt sich eine Jahreskarte für das mumok?
Die reguläre Jahreskarte kostet 39 Euro und ist ab dem dritten regulären Besuch rechnerisch günstiger. Die U27-Jahreskarte kostet 25 Euro und lohnt sich bereits ab dem zweiten ermäßigten Besuch.
Was kostet die Bundesmuseen Card und wo gilt sie?
Die Bundesmuseen Card kostet 99 Euro für ein Jahr und gilt an 25 Standorten der österreichischen Bundesmuseen und der Nationalbibliothek, einschließlich des mumok.
Warum wurden die Eintrittspreise der Wiener Museen erhöht?
Die Häuser stehen unter anderem wegen höherer Energie-, Personal-, Versicherungs-, Logistik- und technischer Betriebskosten unter Druck. Gleichzeitig wächst die öffentliche Finanzierung nicht automatisch im gleichen Tempo mit.

Foto: Andrzej Otrębski / CC BY-SA 4.0 — Wikimedia Commons