Großkontrolle in Hamburg: Was die ROADPOL-Aktion für Taxifahrer bedeutet
August 2026 zwischen 06:00 und 22:00 Uhr das gesamte Stadtgebiet mit mobilen und stationären Kontrollen überzogen; wie Newsflash24 berichtet, waren dabei mehr als 180 Einsatzkräfte der…
Lars Winkelmann·aktualisiert 11. August 2026

Im Rahmen der europaweiten Aktion „ROADPOL Speed" hat die Verkehrsdirektion 1 der Polizei Hamburg am 6. August 2026 zwischen 06:00 und 22:00 Uhr das gesamte Stadtgebiet mit mobilen und stationären Kontrollen überzogen; wie Newsflash24 berichtet, waren dabei mehr als 180 Einsatzkräfte der Verkehrsdirektionen, Polizeikommissariate, Landesbereitschaftspolizei und Wasserschutzpolizei im Einsatz. 465 Personen und 466 Fahrzeuge wurden überprüft, elf Mängelmeldungen ausgestellt und Straf- sowie Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Für das Taxigewerbe ist diese Meldung in zweierlei Hinsicht relevant: Sie dokumentiert die Kontrolldichte im laufenden Betrieb und sie offenbart – wie so häufig – welche Berufsgruppen am wenigsten von der eigenen Aktion profitieren.
Messlatte ungleich: Brummis versus Pkw
Besonders aufschlussreich sind die beiden genannten Schwerpunktkontrollen. Auf der Köhlbrandbrücke stoppte die Wasserschutzpolizei innerhalb von knapp zwei Stunden 16 Autofahrer, der höchste Verstoß lag bei 92 statt erlaubter 50 km/h; 13 Fahrer müssen demnach mit Fahrverbot, Punkten und Geldbußen rechnen. In Harburg (Brücke des 17. Juni/Nartenstraße) richtete sich die Kontrolle des Polizeikommissariats 46 gezielt gegen Lkw ab 3,5 Tonnen beim Rechtsabbiegen, wo lediglich Schrittgeschwindigkeit von 7 km/h zulässig ist. Bei der knapp vierstündigen Aktion traten 30 Verstöße zutage, darunter drei Linienbusse des ÖPNV; der höchste gemessene Wert betrug 28 km/h. Obgleich die Polizei Hamburg betont, Aggressionsdelikte und Geschwindigkeitsüberschreitungen seien „nach wie vor Hauptursachen für Verkehrsunfälle", fällt auf, dass die mediale Aufmerksamkeit primär dem Pkw gilt, während der gewerbliche Sektor – inklusive öffentlicher Verkehr – als Randnotiz firmiert. Für Taxifahrer ist die Konsequenz unmittelbar: Wer im HuL-Dreieck oder auf der Köhlbrandbrücke unter Zeitdruck gerät, wird mit höchster Wahrscheinlichkeit erfasst; die Lasermessung der WSP ist technisch nicht verhandelbar.
Spurensperrung und Durchgangsverbote: Was kommt auf Hamburgs Innenstadt zu?
Parallel zur Kontrollaktion verdichten sich die Hinweise auf zwei tiefgreifende Änderungen im Stadtverkehr. Wie Harburg Aktuell meldet, wird die Eißendorfer Straße in Hamburg-Harburg ab dem 12. August 2026, 9:00 Uhr, bis einschließlich 13. August, 9:00 Uhr, wegen Asphaltierungsarbeiten am Bushaltestellenbau Mehringweg voll gesperrt; die Umleitung führt ausgeschildert über Weusthoffstraße, Friedhofstraße, Bremer Straße und Knoopstraße. Der Busverkehr wird umgeleitet, Ersatzhaltestellen sind in der Weusthoffstraße eingerichtet. Ab dem 13. August, 9:00 Uhr, bis 21. August greift erneut Blockverkehrsregelung, ab 17. August wird die provisorische Ampel versetzt. Demgegenüber kündigt die Hamburger Morgenpost für Ende August 2026 an, dass die Steinstraße in der Innenstadt für den privaten Pkw-Verkehr gesperrt und zu einer fahrrad- und fußgängerfreundlichen Achse umgebaut wird. Details zum Umfang – etwa Taxenregelung, Lieferzeiten oder Ausnahmen – sind aus dem vorliegenden Material nicht zu verifizieren und müssen in der amtlichen Bekanntmachung nachgeprüft werden.
Pragmatische Konsequenzen für den Hamburger Fahrbetrieb
Die Kumulation aus Geschwindigkeitsüberwachung, Vollsperrung Eißendorfer und der angekündigten Steinstraßen-Sperrung verändert das betriebliche Routing in den nächsten Wochen spürbar. Für die Eißendorfer Straße ist die Umleitungsstrecke verbindlich ausgeschildert, der Rad- und Fußverkehr bleibt separat geführt; zu prüfen bleibt, ob und in welchem Umfang die HVV-Busumleitung Taxenwege zusätzlich belastet. Für die Steinstraße ist die Lage noch unbestimmt: Sollte die Sperrung tatsächlich ausschließlich „private" Pkw betreffen, wäre der Taxiverkehr formal zulässig – de facto aber durch die Umbau-Lage und fehlende Durchfahrtsoptionen eingeschränkt. Wer aktuell auf den genannten Routen plant, sollte vor Fahrtantritt die Baustellenlage in der HVV-App und die offiziellen Bekanntmachungen der Polizei Hamburg prüfen, zumal weitere Geschwindigkeitsaktionen ausdrücklich angekündigt sind.