KI-Ampeln in Hamburg: Wie das PULS-Projekt den Verkehrsfluss steuern soll
Hamburg richtet seine Ampeln künftig nicht mehr nur nach festen Plänen, sondern nach dem, was gerade auf der Straße los ist. Wie Traffic Technology Today berichtet, hat die Stadt am 3.
Meike Ahrens·aktualisiert 06. August 2026

August 2026 einen Vertrag mit Umovity Software (PTV Group) unterzeichnet, um ein KI-gestütztes System für adaptive Lichtsignalanlagen aufzubauen. Das Vorhaben läuft unter dem Projektnamen PULS – Progressive Urban Traffic Management and Control Systems – und soll die in Deutschland bislang übliche, regelbasierte Steuerung Schritt für Schritt ablösen.
Wer mitmacht und was geliefert wird
Auf städtischer Seite steht der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG). Den Vertrag haben Chief Digital Officer Christoph Heel und Umovity-CEO Nick Ghia unterschrieben. Umovity bündelt die Technologien von PTV Group und Econolite; zum Einsatz kommt die Plattform Centracs Mobility von Econolite – ihr erster Einsatz in Europa überhaupt. PTV zeichnet für Entwicklung, Datensicherheit und Simulation und prüft mit eigenen Werkzeugen, wie sich neue Schaltungen auf den Verkehrsfluss auswirken.
Heel spricht von einer Grundlage für „vernetzte, datengetriebene" Ampeln: Echtzeitdaten sollen die Strategie fortlaufend nachjustieren, Wartezeiten sinken, Busse im ÖPNV stärker priorisiert werden. LSBG verspricht sich davon weniger Handarbeit bei der Programmierung – mehr Knoten ließen sich mit gleichem Personal optimieren. Die bestehende Zusammenarbeit mit PTV, etwa im Mobility Operating System (MOS) und im Projekt #transmove, wird mit PULS erweitert.
Was das für die Schicht bedeutet
Für uns am Steuer heißt das zunächst: beobachten. Bevor Hamburg eine Entscheidung über einen flächendeckenden Rollout trifft, läuft ein Pilotbetrieb über mehrere signalisierte Knoten – geprüft aus operativer, technischer und organisatorischer Sicht. Genau dort wird sich zeigen, ob die KI tatsächlich flüssiger schaltet oder ob Übergänge für uns unberechenbarer werden, etwa wenn Busse priorisiert werden und sich der Taxi-Strom aus dem Bereitstellungsraum anders verteilt als gewohnt.
Wer im Pilotgebiet unterwegs ist, sollte zwei Dinge im Blick behalten. Häufen sich an bekannten Kreuzungen unerwartete Rotphasen, lohnt der Blick in die Funke oder auf Mitteilungen von LSBG, sobald sie kommen. Und wer ohnehin im Funker unterwegs ist, kann im Kollegenkreis kurz Rückmeldung geben, ob die Ampelzeiten spürbar kürzer geworden sind – das wissen am Ende diejenigen, die täglich an den Knoten stehen.