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Mauritius plant neue Regeln für digitale Taxi-Vermittlungsplattformen

Nach Berichten von CAJ News Africa bereitet Mauritius ein Eckpunktepapier zur Regulierung digitaler Taxi-Vermittlungsplattformen vor.

Lars Winkelmann·aktualisiert 14. August 2026

Mauritius plant neue Regeln für digitale Taxi-Vermittlungsplattformen

Wie Landverkehrsminister Osman Mahomed nach einer ressortübergreifenden Sitzung in Port Louis erklärte, soll das Papier dem Kabinett vorgelegt werden, bevor gesetzliche Anpassungen erwogen werden. Im Kern zielt das Vorhaben darauf, ausschließlich lizenzierten Taxifahrern den Zugang zu Online-Buchungs-Apps zu sichern und den Marktzutritt unlizenzierter Privatfahrzeuge zu unterbinden.

Eckpunkte und Verfahren

Die Konsultationen mit Taxigewerkschaften fanden laut Mahomed bereits im Juni statt; das weitere Vorgehen wurde auf einer Inter-Ministerial Meeting on Online Taxi Platforms beschlossen, das Mahomed gemeinsam mit Infrastrukturminister Govindranath Gunness leitete. Eingebunden waren überdies die National Land Transport Authority, die Information and Communication Technologies Authority sowie der Taxi Operators Welfare Fund. Als Regulierungsziele benennt die Regierung drei Stoßrichtungen: Schließung rechtlicher Lücken, Befriedung des Wettbewerbs nach Ubers Markteintritt und Schutz der mehr als 7.800 lizenzierten Taxifahrer. Die Competition Commission of Mauritius fokussiert dabei auf Markttransparenz, Operator-Verifikation sowie Zonen- und Tarifregelung. Eine Angleichung von Lizenzierungs-, Betriebs- und Steuerstandards solle verhindern, dass Plattformen einen strukturellen Wettbewerbsvorteil gegenüber klassischen Taxibetrieben beanspruchen.

Plattformmodell und Marktdaten

Bemerkenswert ist die Konstruktion, unter der Uber seit März 2026 auf der Insel operiert. Über eine strategische Franchise-Partnerschaft mit dem lokalen Logistiker Logidis bedient der US-Konzern ausschließlich lizenzierte Public Service Vehicle-Betreiber; die zugrundeliegende Anwendung „Ala-lila" wurde bereits 2016 von Logidis eingeführt. Tarife werden nach lokalen Distanz- und Zeitmetriken ermittelt, nicht nach internationalen dynamischen Modellen – ein wesentlicher Bruch mit dem globalen Geschäftsmodell des Konzerns. Nach Angaben der Modern Taxi Movement Mauritius sind bereits rund 4.500 Taxifahrer auf Online-Plattformen registriert, was die Reichweite des regulierungsbedürftigen Sektors quantifiziert.

Beobachtungspunkte

Einen konkreten Zeitplan für die Vorlage des Eckpunktepapiers und nachfolgende Novellierungen hat die Regierung bislang nicht kommuniziert; über das parlamentarische Verfahren und den Geltungsbeginn wurde ebenfalls nichts veröffentlicht. Offen bleibt insbesondere, inwieweit die geplanten Verifikationspflichten, Zonenregelungen und Tarifvorgaben mit den bestehenden Plattform-APIs operativ vereinbar sind – und ob Uber im Franchise-Modell weiterhin zuliefern würde. Für die deutsche Regulierungsdebatte bleibt das mauritische Modell insofern instruktiv, als es den Hebel konsequent an der Fahrzeuglizenz und nicht an der Plattform selbst ansetzt – ein Ansatz, der hierzulande bislang nur in Ansätzen diskutiert wird.